Bieler Lauftage 2022

Nach erfolgreichem und intensivem Training, das im Jänner mit Peter begonnen hat, dann seinen ersten Höhepunkt in Wien gefunden hat, kommt nun endlich der Tag der Tage, oder wie es in Biel heißt: die Nacht der Nächte. Erste Hürden bei einer verlorenen Buchung bei booking sind umschifft, das Notquartier (war nicht so schlecht) ist bezogen. Die Stärkungen mit Nudeln und Pizza liegen hinter uns. Die Organisation und die Streckenführung halten noch ein paar Überraschungen parat. Das Start/Zielgelände  ist jetzt 5 km außerhalb des Zentrums, Dropbag für Eigenverpflegung und trockenes T-Shirt bei km 56 wurde ohne Ankündigung ersatzlos gestrichen. Aufgrund einer Schießveranstaltung muss eine Ausweichstrecke mit Höhenmeter gelaufen werden, auf den letzten 20 km, wo es kolportiert nur noch abwärts gehen sollte, kommt noch ein Waldstück mit einem knackigen Anstieg. Aber was soll’s. Wir sind gekommen um zu finishen!

Wir starten bei angenehmer Witterung zum Sound der Toten Hosen, quasi der inoffiziellen 100km Hymne von Biel „Tage wie Diese“. Der Mond steht prächtig am Himmel (3 Tage vor Vollmond) als wir die Stadt, begleitet von Schlachtenbummlern, mit Stirnlampen bewaffnet im Laufschritt verlassen. Von 623 gemeldeten Läufern werden 425 in den nächsten 20 Stunden das Ziel erreichen. Die fallenden Temperaturen auf 8 Grad kosten nicht nur Energie, sondern bringen manche Läufer physisch und psychisch an ihre Grenzen. Wer durchbeißt wird bei Sonnenaufgang mit tollen Impressionen von den schneebedeckten Schweizer Bergen, aufsteigenden Nebeln im Morgengrauen und der Rückkehr der Lebensgeister belohnt. Offizielle und persönliche Bestleistungen lassen uns spät abends in unsere Betten fallen.

Am Schluss waren alle Finisher gleich, aber manche konnten sich eleganter fortbewegen.


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