, Heregger Bernd

Bericht über die Teilnahme am Chicago Marathon 2024

Am 13. Oktober stand ich trotz aller Widrigkeiten erfolgreich am Start des Chicago Marathons. Meine Zielzeit von 2:59:48 war eine Erleichterung und ein Triumph nach einer harten Vorbereitungszeit. Die unzähligen Trainingseinheiten seit dem Sommer haben sich gelohnt. Eine einwöchige Trainingspause wegen Antibiotika und eine anhaltende Wadenverletzung machten schnelle Läufe unmöglich, und oft musste ich meine langen Einheiten unterbrechen. Zusätzlich setzte ich einmal wöchentlich auf Aquajogging, um die Regeneration zu unterstützen.

Der Chicago Marathon führt dich durch eine der dynamischsten Städte der USA. Die Strecke startet und endet im Grant Park, mit einem malerischen Lauf durch einige Stadtviertel Chicagos.

Die Strecke ist abwechslungsreich und herausfordernd. Es gibt viele flache Abschnitte, aber die ständigen Richtungswechsel und die wechselnden Landschaften machen es spannend und halten einen auf Trab. Beeindruckend ist die unvergleichliche Atmosphäre, die von den begeisterten Zuschauern entlang der gesamten Strecke spürbar war. Heuer waren im Vergleich zum Jahr 2022 gefühlt um einiges mehr an Zuschauern, die eine Energie verbreiteten, die dir in schwierigen Momenten sehr hilfreich ist und dich praktisch ins Ziel trägt.

Obwohl die Strecke derzeit die schnellste Strecke im Marathonsport ist, erfordern die langen Geraden viel mentale Stärke. Die erste Hälfte des Marathons verläuft, bis auf eine kleine Steigung gleich beim Start und ein paar Brücken, relativ flach und schnell, aber in der zweiten Hälfte gibt es einige anspruchsvolle Abschnitte, die einen wirklich fordern. Besonders die letzten Kilometer, die wieder in Richtung Grant Park führen, haben es in sich, da die Müdigkeit spürbar wird und man die Ziellinie schon förmlich riechen kann. Kurz vor dem Ziel, noch ca. 400 Meter zu laufen, kommt der „steilste Anstieg“ der gesamten Strecke.

Dass ich dennoch das Ziel erreichte, ist vor allem der bedingungslosen Unterstützung meiner Familie, die mich die ganze Zeit auch von der Ferne unterstützen, sowie mein Physiotherapeuten Christof zu verdanken. In einem Teilnehmerfeld von fast 50.000 Läufern war das Gefühl, die Ziellinie zu überqueren, eine emotionale Befreiung und Genugtuung.

Während John Korir den Sieg bei den Männern mit 2:02:43 davontrug und Ruth Chepngetich bei den Frauen mit 2:09:56 Weltrekord lief, war dieser Marathon mehr als nur ein Rennen – er war für mich ein persönlicher Sieg über körperliche und mentale Herausforderungen und zeigt, dass man auch nach Rückschlägen immer wieder aufstehen kann.